Anwendungsbereiche

Planung

Brandschutzbedarfsplanung und Rettungsdienstbereichsplanung

Ergebnis der Erreichbarkeitsanalyse für getrennte Zeiträume (Gebietsbild)
Ergebnis der Ersterreichbarkeitsanalyse zur Festlegung der Ausrückbereiche

Gesetze und Verordnungen verpflichten die öffentlichen Behörden zu detaillierten Brandschutzbedarfsplanungen, um die für die Gefahrenabwehr erforderlichen Kräfte und Mittel zu bestimmen. Grundlagen für derartige Planungen sind wissenschaftliche Gefährdungsanalysen und Risikobeurteilungen. Solche Analysen beinhalten Hilfsfristanalysen, Gefährdungs- und Infrastrukturbetrachtungen sowie passgenaue Standortkonzepte.

Die Berechnung der zuständigen Wachenbereiche erfolgt auf der Grundlage der Standorte der Rettungs- / Feuerwachen, des Verkehrsnetzes und im Rahmen empirischer Studien ermittelter Geschwindigkeitsprofile. Alternative Modelle werden systematisch verglichen, um die optimale Variante zu identifizieren.

Hilfsfristanalyse

Ergebnis der einfachen Hilfsfristanalyse und Statistik
Ergebnis der differenzierten Hilfsfristanalyse (grün: beide Hilfsfristbedingungen erreicht, gelb: Hilfsfrist 1 erreicht, Hilfsfrist 2 unzureichend)

Diese Analyse dient der Überprüfung der in den Ländergesetzen geregelten Hilfsfristen zu den Bereichen Brandschutz und Rettungsdienst. Die Hilfsfristanalyse kann verschiedene Bewertungskriterien berücksichtigen, wobei häufig nur die flächenmäßige Erreichbarkeit geprüft wird. MobiKat unterstützt die Analyse unterschiedlicher Kriterien. Aufbauend auf der Annahme, dass die Einsatzhäufigkeit in der Bevölkerung etwa gleichverteilt ist, überprüft Mobikat die Erreichbarkeit des gesetzlich definierten Bevölkerungsanteils innerhalb der festgelegten Hilfsfrist.

Die Berechnungen können in frei einstellbarer Genauigkeit erfolgen. Niedrige Auflösungen werden in Echtzeit berechnet und können daher zur Bewertung der aktuellen Situation genutzt werden. Höhere Auflösungen bieten sich für längerfristige Planungen an – metergenaue Auswertungen sind möglich.

Für die Hilfsfristanalyse im Brandschutz wird das Modell „Kritischer Wohnungsbrand“ genutzt. Dabei werden die Erfüllung beider Hilfsfristen sowohl unabhängig voneinander als auch in Kombination überprüft. Die erforderlichen Einsatzmittel zur Erfüllung einer Hilfsfrist können dabei von einem Standort kommen oder von mehreren Standorten zusammengezogen werden.

Alarm- und Ausrückeordnung

Leitstellen verwenden häufig für die Einsatzdisposition vorberechnete Alarm- und Ausrückeordnungen. Diese Alarm- und Ausrückeordnungen geben in spezifizierbarer räumlicher Auflösung (z.B. administrative Ebene, Adresse, Straßenabschnitt) die Reihenfolge der zu diesem Einsatzort zu alarmierenden Kräfte und Mittel an. Diese Reihenfolge wird mit Hilfe von Routenberechnungen bestimmt, wobei die Fahrzeugtypen ebenfalls beachtet werden können.

Erstellung externer Notfallpläne

Erstellung externer Notfallpläne für Gefahrstoffausbreitung mittels MobiKat / DISMA

Ausgehend von der Seveso-III-Richtlinie sind Betriebe mit gefährlichen Stoffen (z.B. Produktionsstätten der chemischen Industrie) verpflichtet, externe Notfallpläne zu erstellen. Diese beinhalten die Auswirkungen und Maßnahmen für verschiedene Störfallszenarien. Bestandteile dieser Pläne sind ebenso Absperrmaßnahmen sowie entsprechende Ausweichrouten oder auch Evakuierungsplanungen, die mit MobiKat-Modulen berechnet werden können.

Operative Entscheidungsunterstützung

Einsatzführung und –dokumentation

MobiKat bei der Führung einer Großveranstaltung (Tag der Sachsen 2019)

Digitale Unterstützung für die Führung verschiedenster Einsätze ist eine Kernkompetenz von MobiKat. Auf der Basis wählbarer Grundlagenkarten wird die Einsatzlage mit Hilfe von taktischen Zeichen übersichtlich dargestellt. MobiKat eignet sich sowohl für kleinere Lagen als auch das Management von Katastrophen wie bspw. Hochwasser oder Extremwetterlagen. Neu eintreffende Kräfte – z.B. in aufwachsenden Lagen - können in Echtzeit hinzugefügt werden. Sämtliche Informationen, u.a. die Echtzeitpositionen der Einsatzkräfte, werden über den MobiKat-Lageserver synchronisiert und sind so auf allen MobiKat-Instanzen verfügbar – auch in der App für Android.

Diese Synchronisierung ermöglicht das ebenen- und organisationsübergreifende Führen eines gemeinsamen Lagebildes. Die Lageführung wird vom System automatisch dokumentiert und kann nach Einsatzabschluss als Textprotokoll oder Lagefilm ausgegeben werden. Zusätzliche Erläuterungen werden im digitalen Einsatztagebuch aufgenommen.

Mobile Einsatzführung/Einsatzleitwagen

MobiKat im ELW 1 des DRK Kreisverband Dresden

MobiKat läuft auf allen üblichen PCs, Notebooks oder Tablet-PC und eignet sich deshalb für die mobile Führung in Kommandowagen sowie Einsatzleitwagen in ihren verschiedenen Größen. Zur Synchronisierung des Informationsstandes an mehreren mobilen Führungsstellen dient der MobiKat-Lageserver.

MobiKat ist auch für Android verfügbar
MobiKat Hydrantenkarte und Hydrantendetails
MobiKat Archiv für Einsatzdokumente, insb. Feuerwehrpläne

Optimierung der Brandbekämpfung

Werden bei Bränden große Wassermengen benötigt - bspw. Waldbrände in entlegenen Gebirgsregionen - so muss Löschwasser gegebenenfalls über längere Wegstrecken herangeführt werden. MobiKat unterstützt die Feuerwehr bei der optimalen Positionierung der Löschwasserpumpen. Nach Auswahl der verfügbaren Schlauchlängen und –querschnitte und der menügestützten Platzierung der geplanten Förderstrecken in der Lagekarte visualisiert MobiKat den Druckverlauf und ermittelt optimale Pumpenstandorte.